Vermessen mit Software und Feldrechner!
GEO-Feld bietet eine vielzahl von Messprogrammen und vermessungstechnische Berechnungen.
Diese sind im folgenden beschrieben:
Bekannter Standpunkt
Das Programm erlaubt die Berechnung mit bis zu vier Anschlussrichtungen. Die Berechnung der Orientierung und des Maßstabes erfolgt mit Gewichtung. Die Spannungen in Winkel und Strecke werden tabellarisch aufgeführt, durch gezielte Auswahl kann die optimale Punktkombination bestimmt werden. Es kann zwischen freiem und festem Maßstab gewählt werden. Bereits beim zweiten Aufnahmepunkt steht der Sollwinkel für das Aufsuchen per Winkelpositionierung zur Verfügung. Nachfolgende Berechnungen können auf Wunsch auf einer nachbarschaftstreuen Restfehleranpassung aufbauen.
Freie Stationierung
Berechnung der Koordinaten des Standpunktes aus polaren Aufnahmeelementen von bis zu 20 identischen Punkten durch Helmert-Transformation. Wie bei Helmert erforderlich müssen hier alle Anschlusspunkte mit Strecke gemessen werden. Als Maßstabsansatz stehen fester und freier Maßstab zur Verfügung. Zusätzlich kann auch der gebundene Maßstab eingesetzt werden. Dies ist ein selbstregulierender Maßstab, d.h. bei überwiegend kurzen Zielungen ist der Maßstab nahe an 1 gebunden, bei weiträumigen Anschlusszielen darf der aus den Messelementen ermittelte Maßstab das Ergebnis stärker beeinflussen. Die auftretenden Spannungen werden dem Bearbeiter in Form von Restklaffen dx und dy präsentiert. Auch hier kann eine gezielte Auswahl getroffen werden, ebenso ist eine nachfolgende nachbarschaftstreue Restfehleranpassung möglich. Für den Katastermodus Baden-Württemberg wird die geforderte Messung in zwei Halbsätzen bzw. in zwei Lagen angeboten.
Einzelpunktausgleichung Stationierung über Ausgleichung
Diese Berechnungsmethode erlaubt zusätzlich zur normalen „freien Stationierung“ die Verwendung von reinen Richtungsmessungen, z.B. zu Kirchtürmen in Kombination mit Richtungs- und Streckenmessungen. Dem Bearbeiter werden die Restspannungen in Form von Ausgleichungsparametern angezeigt. Speziell im Kataster von Baden-Württemberg kommt noch die „Stationierung über Ausgleichung“ zum Einsatz. Diese bietet neben der geforderten Messung in 2 Lagen bzw. Halbsätzen zusätzliche Plausibilitätskontrollen wie die Ausgabe der „Normierten Verbesserung“ und der Redundanzanteile.
Höhenstationierung
Die bei Bedarf nachfolgende Höhenstationierung erlaubt die Ermittlung der Visurhöhe aus Messungen zu den Anschlusspunkten. Einzelne Anschlusspunkte können aus der Höhenermittlung ausgeschlossen werden, bzw. zusätzliche Höhenziele wie z.B. Kanaldeckelhöhen oder Höhenbolzen können zusätzlich ergänzt werden. Außerdem kann die Standpunkthöhe mit Instrumentenhöhe in die Berechnung der Visurhöhe einbezogen werden. Alle Stationierungen werden gespeichert und können über die Standpunktnummer erneut aufgerufen werden. Bei Abschluss des Messprogramms wird die aktuelle Stationierung nochmals aktiv und fordert zur Kontrolle einer Sollrichtung auf.
Polare Absteckung
Es werden entweder die berechneten polaren Absteckelemente ausgegeben oder bei entsprechender Anwahl ein Absteckverfahren mit Näherungspunkt durchgeführt. Beim Absteckverfahren mit Näherungspunkt werden die vorausberechneten Daten (Richtung und Strecke) angezeigt. Nach näherungsweiser Absteckung ist ein Hilfspunkt aufzunehmen, worauf das Programm die Längs- und Querabweichungen (oder alternativ Winkel und Strecke) des Sollpunktes bezogen auf die Gerade Standpunkt-Hilfspunkt anzeigt. Außerdem wird die anzubringende Höhenverbesserung angezeigt. Der Vorgang wird iterativ wiederholt bis die gewünschte Genauigkeit erreicht ist. Bei Instrumenten mit Motorik werden automatisch die Sollwinkel eingestellt. Beim Einsatz eines Robotikinstruments kann auf Wunsch auch eine grafisch unterstützte Absteckung erfolgen. Die Absteckung kann mit Längs- und Querexzentren erfolgen. Bei Abschluss des Punktes werden die Messwerte, Koordinaten und Differenzen gespeichert bzw. protokolliert.
Polare Aufnahme
Polare Aufnahme von Punkten mit Lage und auf Wunsch mit Höhe, ggf. mit Längs- und Querexzentrizitäten und Erfassung eines Punktecodes und Bemerkungen. Punkte die bereits unter dieser Bezeichnung im Punktspeicher vorhanden sind, werden verglichen oder auf Wunsch gemittelt. Speziell bei Katastermodi kann hier weiter entschieden werden, ob es sich bei der Messung z.B. um eine Grenzprüfung oder Abmarkungskontrolle handelt. Zwischen polarer Aufnahme und Absteckung kann schnell gewechselt werden.
Messwerterfassung
Falls nicht eine sofortige Erzeugung von Koordinaten gewünscht oder möglich ist, bietet der Programmpunkt Messwerterfassung die Funktion "elektronisches Feldbuch". Das heißt die originären Messdaten werden ohne Verarbeitung gespeichert und, z.B. mit Hilfe des Transferprogramms, zur Berechnung an den PC übergeben. Das optional erhältliche Modul ATA (Automatische Tachymeterauswertung) kann auch direkt auf dem Feldrechner den Messwertstapel komplett oder standpunktweise berechnen.
Der Ablauf der Messung erfolgt menügesteuert. Die zur Berechnung erforderlichen Steuercodes werden hierbei vom Programm automatisch vergeben. Dabei wird folgendes gespeichert: Kennziffer & Punktnummer, Steuercode / Schlüsselzahl, Attribute: Gültig, Original, Handeingabe, Richtung, Schrägstrecke, Zenitwinkel, Instrumentenhöhe / Prismenhöhe, Exzentrizitäten (Längs / Quer / Schräg), Reflektor-Offset und –Typ, Punktcode (8-stellig, alphanumerisch), Bemerkung (32-stellig, alphanumerisch), Liniennummer. Folgende Programmfunktionen stehen innerhalb der Messwerterfassung zur Verfügung:
Blättern in der Messwertdatenbank:
Anzeigen der Datensätze mit allen verfügbaren Werten. Es kann dabei vorwärts oder rückwärts geblättert werden. Ein gelöschter Datensatz wird durch Verändern des Gültigkeitszeichens gekennzeichnet. Dieser Satz kann ggf. wieder aktiviert werden. Falls eine gemessene Größe verändert wird, so wird der Datensatz entsprechend gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung ist nicht mehr zu entfernen.
Messung und Erfassung:
Erfassung von Standpunkten, Anschlusspunkten, Zielpunkten und Bemerkungen.
Vollautomatik:
Diese Funktion inkrementiert die vorgegebene Punktnummer und übernimmt die aktiven Parameter. Diese können bei Bedarf über Hotkeys verändert werden. Der Messvorgang wird ansonsten auf das Drücken der ENTER-Taste reduziert.
Netzmessung / Satzweise Richtungsmessung (optional):
Programmgestützte satzweise Richtungsmessung mit Kontrollfunktion. Der gemittelte und reduzierte Satz kann ausgegeben werden. Für hochgenaue Messungen können die atmosphärischen Parameter mit erfasst werden.
Orientierungskontrolle:
Vergleich zweier Richtungen zum selben Anschlusspunkt zum Aufdecken einer Verdrehung des Instrumentes.
Doppelmessung:
Die registrierten Punkte werden auf Doppelaufnahme geprüft. Lediglich einfach aufgenommene Punkte werden angezeigt.
ATA (Automatische Tachymeter-Auswertung):
Registrierte Messdaten können mit Hilfe des Auswerteprogramms für Tachymeteraufnahmen in Koordinaten umgerechnet werden. Nach Überprüfung auf Vollständigkeit erfolgen Stationierungsberechnungen und Berechung der Massenpunkte im Stapelbetrieb, wahlweise für einen Standpunkt oder für die gesamte Datei.
Bei Auswahl zweier Standpunkte kann das Programm automatisiert alle beidseitig angemessenen Richtungssätze per räumlichen Vorwärtseinschnitt in Koordinaten überführen.
Auch Aufnahme- und Absteckprogramme, welche direkt Koordinatendatensätze produzieren, können ihre Messwerte in den Messwertstapel speichern. Der gesamte Messwertstapel steht dann chronologisch richtig, z.B. für Kontrollberechnungen, zur Verfügung.
Fassadenaufnahme
Dieses Modul ermöglicht die Definition einer senkrechten Ebene über zwei Punkte oder einer geneigten Ebene über drei Punkte. Der Zielstrahl der nachfolgenden Messungen wird mit der Ebene verschnitten. Die daraus resultierenden Punkte werden gespeichert und stehen für die weitere Bearbeitung direkt zur Verfügung.
Tachymeterprüfung per Eichstrecke
Nach Eingabe der Sollstrecken leitet das Programm den Anwender durch die Messanordnung. Nach Abschluss aller Messungen werden die einzustellende Additionskonstante und der streckenabhängige Korrekturwert berechnet. Zusätzlich wird eine statistische Auswertung über die Qualität und Aussagekraft der Messreihe gemacht.